FDP Hofheim unterbreitet Vorschlag für städtische Liegenschaften

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Keine Frage, auch die Freien Demokraten der Kreisstadt waren entsetzt über den zum Teil hohen Sanierungsstau bei den Gebäuden der Stadt Hofheim. Angesichts der kritischen finanziellen Situation der Kreisstadt ist eine angemessene Instandsetzung dieser Immobilien durch die Stadt in den nächsten Jahren nicht realistisch. Zudem ist das Halten von Immobilienbeständen nicht primäre Aufgabe einer Kommune, sodass die FDP Hofheim vorschlägt, einige Objekte in den nächsten Jahren meistbietend zu veräußern. Die Zeit drängt, denn am Mittwoch, den 11. Februar 2026, tagt der Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschuss der Stadt und befasst sich mit den Haushaltsanträgen der Fraktionen.

Nach eingehender Analyse der von der Stadt zur Verfügung gestellten Informationen zu ausgewählten Liegenschaften haben die Hofheimer Liberalen jetzt einen ersten Aufschlag gewagt und dem hauptamtlichen Magistrat sowie den Fraktionsvorsitzenden Vorschläge unterbreitet, welche Liegenschaften Hofheim in jedem Fall halten sollte, was sich – gegebenenfalls unter entsprechenden Auflagen – veräußern ließe und wo auch eine andere Lösung denkbar wäre. An einem jedoch besteht kein Zweifel: Um in den nächsten Jahren überhaupt über einen gewissen finanziellen Spielraum zu verfügen, führt an dem einen oder anderem Verkauf kein Weg vorbei, ist die FDP Hofheim überzeugt. Dies würde auch das städtische Gebäudemanagement entlasten, das seiner Aufgabe in den letzten Jahrzehnten ganz offensichtlich nicht in vollem Umfang gerecht geworden ist.

Klar ist, dass einige Immobilien in keinem Fall zur Disposition stehen. Die Rede ist von dem Alten Rathaus, dem Türmchen und dem Güterschuppen in der Innenstadt sowie dem ehemaligen Rathaus in Diedenbergen. Dringend notwendig ist es jedoch, für diese Objekte Sanierungs- und Erhaltungskonzepte zu erarbeiten und konsequent umzusetzen, um deren zukünftigen Fortbestand und deren Nutzungen zu sichern.

Von einer Veräußerung der Elisabethenstraße 3 und 3a wollen die Liberalen ebenfalls absehen und das Ergebnis der Bürgerbeteiligung abwarten. Aus ihrer Sicht wäre der Abriss der Gebäude eine Option. Dann könnte auch schon die im Bebauungsplan vorgesehene Baumallee entlang der Elisabethenstraße realisiert werden.

Ein besonders trauriges Beispiel der städtischen Liegenschaften ist der Pfälzer Hof gegenüber dem Bahnhof, in dem die Musikschule Hofheim untergebracht ist. Die Liberalen waren vor Ort, um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen, und sehen keine Alternative zu einem Abriss mit anschließendem Verkauf an einen Investor. Selbstverständlich müssen zuvor neue Räumlichkeiten für die Musikschule gefunden werden. Hier hat die FDP Hofheim bereits die Kirche St. Bonifatius in Marxheim ins Gespräch gebracht.

In einem schlechten Zustand befindet sich auch der Hof Ehry am Rande des Kellereiplatzes. Da die Stadt in den nächsten Jahren nicht über die finanziellen Mittel verfügen wird, das Gebäudeensemble instand zu setzen, ist ein baldiger Verkauf angeraten. Selbstverständlich ist dabei sicherzustellen, dass der Erwerber ein Nutzungskonzept präsentiert und umsetzt, das der schönen Hofheimer Altstadt gerecht wird.

Auch für eine Gaststätte Am Meisterturm werden der Stadt wohl in den nächsten fünf bis zehn Jahren die Mittel fehlen. Hier regen die Freien Demokraten an, einen Investor aus der Gastronomie zu suchen, der das Grundstück in Erbpacht für 30 bis 50 Jahre übernehmen möchte und der dort eine neue Gaststätte errichtet. Die Rahmenbedingungen wie die Gebäudegröße und die Nutzung der Außenbereiche müssten im Kaufvertrag selbstverständlich geregelt werden. Der Charme dieser Lösung ist die Win-Win-Situation für die Stadt und die Bürgerinnen und Bürger. Während das Gelände im Eigentum der Stadt verbleibt, können sich die Hofheimerinnen und Hofheimer schon bald auf ein neues gastronomisches Angebot im Wald freuen.

Neben den bebauten Grundstücken verfügt Hofheim noch über Baugrundstücke und andere Grundstücke, teilweise an der Siedlungsgrenze, die überwiegend in den Verkauf gehen sollten. In Einzelfällen muss im Vorfeld noch das Baurecht geschaffen werden. Dann können die Flächen zum Marktwert veräußert werden. Eine Ausnahme bildet lediglich das große Grundstück unterhalb der Thomaskirche. Hier könnten sofort zwei 5-Familienhäuser errichtet werden, die sich dort gut einfügen würden.

In der Summe schätzt die FDP Hofheim einen Verkaufserlös von über 8,0 Mio. Euro in den nächsten Jahren. Kurzfristig, das heißt in diesem Jahr, könnte es möglich sein, mindestens 4,0 Mio. Euro aus Veräußerungen für die Stadtkasse zu erzielen.