In der Lach und Wallau III Ost
Wirtschaftsförderung wird bei ihm großgeschrieben. So war es auf jeden Fall dem Wahlprogramm des amtierenden Bürgermeisters Wilhelm Schultze zu entnehmen. Stellvertretender Wirtschaftsförderer war er bei der Stadt Hattersheim, und da ist es nicht verwunderlich, dass auch bei ihm das Thema Chefsache ist.
Auch sein Stellvertreter und Erster Stadtrat Daniel Philipp hat die Zeichen der Zeit erkannt. So führte er in der Sitzung des Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschusses am Mittwochabend aus, der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan „In der Lach“ sei gefasst, die Arbeiten würden bald starten. Bürgermeister und Erster Stadtrat zeigten sich kenntnisreich. Bis der erste Euro an Gewerbesteuern in der Stadtkasse klingelt, dürften noch Jahre vergehen.
Da passt es so gar nicht ins Bild, dass Bürgermeister und Erster Stadtrat offensichtlich auf Zeit spielen. Wie interessierte Unternehmen, die sich in dem neuen Diedenbergener Gewerbegebiet ansiedeln möchten, berichten, sind die Verantwortlichen der Stadt gewissermaßen abgetaucht. Im Zeitalter digitaler Kommunikation und ständiger Erreichbarkeit stockt der Informationsfluss zwischen den Gewerbetreibenden und der Stadt. Keine Informationen, nicht einmal ein Zwischenstand. Da ist es nicht verwunderlich, dass andere Kommunen nicht lange zögern und ihre „Netze“ nach den „dicken Gewerbesteuer-Brocken“ auswerfen. Aktiv gehen sie auf Gewerbetreibende zu, zeigen sich gesprächs- und lösungsbereit.
Mit dem in Wallau III Ost geplanten Gewerbegebiet sieht es eher noch düsterer aus. Zugesagte Rückmeldungen der Stadt scheinen auszubleiben. Der Investor bescheinigt der Kreisstadt mangelnde Konkurrenzfähigkeit, wie dem Internet zu entnehmen ist. Da stellt sich schon die Frage, ob Bürgermeister und Erster Stadtrat ihre Entscheidungen bis nach den Kommunalwahlen hinauszögern wollen, da gerade ihre Wählergruppierungen der Gewerbegebietsentwicklung eher ablehnend gegenüberstehen.
Wie Hofheim mit dieser Politik aus den roten Zahlen kommen will, erscheint fraglich. Wir Freien Demokraten werden nicht müde, immer wieder auf die Notwendigkeit hinzuweisen, dass allein Sparmaßnahmen die Stadt nicht wieder auf Kurs bringen werden. Erträge müssen generiert werden. Und hier reicht nicht der Blick bis zum 31. Dezember 2026. Hier ist Weitsicht gefragt. Weitsicht, über die man in der Wirtschaftsförderung verfügen sollte. Oder fehlt es einfach an der Motivation, am Interesse oder am Einsatz? Oder um ein deutsches Sprichwort zu bemühen: Muss man den Dackel zum Jagen tragen?
