Freie Demokraten lehnen geplantes Windvorranggebiet in der Nähe des Bahai- Tempels ab

Grundrecht auf freie Religionsausübung muss gewahrt bleiben

Der bereits 1974 eingeweihte, in einem kleinen Park gelegene Bahai-Tempel in Hofheim-
Langenhain ist das europäische Zentrum für die Bahai-Religion. Er steht allen Menschen
offen, gleich welcher Religion oder Weltanschauung, Hautfarbe, Nation oder Herkunft. Er ist
ein Ort der Ruhe für Gebet, Meditation und Reflektion. Mit dieser Idylle könnte es jedoch bald
vorbei sein.

Das geplante Windvorranggebiet würde es ermöglichen, dass bereits in 1,5 Kilometern Nähe
Windkraftanlagen errichtet werden könnten. Auf Initiative des Kreisbeigeordneten und
Vizepräsidenten der Regionalversammlung Südhessen Johannes Baron besuchte Rene
Rock, Fraktionsvorsitzender der FDP im hessischen Landtag und Mitglied der
Regionalversammlung Südhessen, in der vergangenen Woche die Örtlichkeit. Zusammen
mit dem Stadtverordneten Werner Steinmann und Mitgliedern der Bahai-Religion machte er
sich vor Ort ein Bild und informierte sich über den bisherigen Erkenntnisstand. Die fatalen
Nebenwirkungen von Windkraftanlagen auf Mensch und Natur sind dabei hinlänglich
bekannt.

Letztlich stellt der Bau von Windkraftanlagen einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Natur
dar. Allein für das Fundament von Windkraftanlagen werden zig Tonnen Stahl und Beton
benötigt, die nie mehr entfernt werden können, von den erforderlichen Waldrodungen ganz
zu schweigen. Im Betrieb werden Millionen von Insekten und Vögeln geradezu geschreddert.
Schlagschatten und Infraschall verursachen beim Menschen Nervosität, Kopfschmerzen und
Schlafstörungen.

All diese Einflüsse, die an sich schon störend sind, könnten dem Haus der Andacht seine
Bestimmung als Ort der Ruhe völlig nehmen und damit einer ganzen Religion ihren einzigen
europäischen Ort der Zusammenkunft.

„Besonders an dieser Situation ist, dass erstmals auch die grundrechtlich gewährleistete
Religionsausübung massiv bedroht erscheint“, heb Rock hervor und fordert ein
grundsätzliches Umdenken. „Es kann nicht sein, dass alles und jeder hinter der Windkraft
zurücktreten muss“, ergänzte Werner Steinmann. Die geltenden gesetzlichen Grundlagen
gehen noch davon aus, dass ein kleines Windrad auf dem Bauernhof hinter der Scheune
entsteht. Die heute tatsächlich gebauten Windkraftanlagen haben jedoch eine Höhe von 250
Metern und mehr – das ist deutlich höher als der EZB-Turm in Frankfurt.

Die hessische FDP-Landtagsfraktion und die FDP in Hofheim werden an diesem Thema
dranbleiben und die weitere Entwicklung kritisch verfolgen. Das Ziel ist klar: Die
Windkraftanlagen in Langenhain müssen zum Wohle aller verhindert werden.


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