Der Wald ist keine Mülldeponie

Strahlender Sonnenschein hat am vergangenen Samstag zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger zum Treffpunkt für die Waldbegehung der FDP Hofheim am Parkplatz Domherrenwald in Hofheim-Langenhain gelockt. „Viele haben sich erst kurzfristig für eine Teilnahme entschieden und sich erst heute angemeldet“, berichtet Michaela Schwarz, Vorsitzende der FDP Hofheim und Organisatorin der Veranstaltung. 

Das Startsignal für die fachkundige Führung von Forstwirtschaftsmeister Ludwig Kappert, Jagdklub Main-Taunus, gaben die Jagdhornbläser des Klubs, die die Teilnehmer der Waldbegehung auch unterwegs immer wieder mit ihren Darbietungen erfreuten. Ludwig Kappert hatte einen interessanten Rundgang ausgewählt. So hatte er für den ersten Stopp ein erst kürzlich abgeholztes Waldstück mit Fichten gewählt. Die Nadelbäume waren vom Borkenkäfer befallen und mussten gefällt werden.

Selbstverständlich spielte auch die Jagd eine Rolle in den Ausführungen von Ludwig Kappert. Ablehnend bewertet er die verkürzte Schonfrist für Rehwild im Frühjahr dieses Jahres. „Wir müssen dem Wild Ruhe gönnen. Eine lediglich zweimonatige Schonfrist – im Februar und im März – ist nicht ausreichend“, erläutert der Fachmann. Doch auch Spaziergänger könnten den Waldtieren schaden, etwa wenn sie ein Kitz entdeckten und dieses streichelten. „Das Muttertier, die Ricke, versteckt das Junge im hohen Gras zum Schutz vor Feinden. Wenn ein Mensch es angefasst hat, nimmt sie es nicht mehr an, und das Kitz muss sterben“, warnt Kappert seine interessierten Zuhörer.

Schaden habe auch die Corona-Pandemie dem Wald zugefügt. So zeugten leere Flaschen und anderer Abfall von Feiern im nächtlichen Wald. Manch einer wählte das Gehölz zur Entsorgung alter Autoreifen, wussten die Jäger zu berichten. Selbst Hundebesitzer, sein Foxterrier Bella war mit von der Partie, kritisierte Kappert Hundehalter, die den Kot ihrer Lieblinge in Plastiktüten einsammeln und diese dann im Forst entsorgen. Den Kot abzubauen, bereite dem Wald keine Probleme, das Plastik der Beutelchen hingegen schon.

Nach einer guten Stunde trafen die Spaziergänger an der Hütte Domherrenwald ein. Inzwischen war es kühl geworden, und dampfender Glühwein und Brezeln erwarteten die Teilnehmer des Rundgangs. Der offizielle Teil endete mit drei wunderschönen Stücken für Pless- und Parforce-Hörner. Michaela Schwarz dankte dem Jagdklub Main-Taunus. „Der Wald ist nicht nur ein Ort der Erholung. Er stellt auch eine wichtige Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen dar“, so die Vorsitzende der FDP Hofheim. Als Dank überreichte sie Ludwig Kappert einen Rotwein, der – wie sollte es anders sein – besonders zu Wildgerichten mundet.


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